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ÄVPS Info Landeseite | Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung | Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung

Ängstlich-vermeidende

Persönlichkeitsstörung

Die ängstlich-vermeidende oder selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ÄVPS) ist durch tiefgreifende Muster sozialer Hemmung, Gefühlen der Unzulänglichkeit und Überempfindlichkeit gegenüber negativen Bewertungen anderer gekennzeichnet.

Menschen mit dieser Störung meiden aus Angst vor Ablehnung, Zurückweisung oder Kritik berufliche und persönliche Herausforderungen. Aufgrund der ÄVPS werden soziale Kontakte meist nur dann eingegangen, wenn sich die Betroffenen der Sympathie und Akzeptanz des anderen sicher sind. Selbst in engen Beziehungen ist es schwierig, für sich selbst zu sprechen und intimere Gefühle zu zeigen, aus Angst, verspottet oder in Verlegenheit gebracht zu werden.

In sozialen Situationen sind ÄVPS-Betroffene ständig damit beschäftigt, kritisiert oder abgelehnt zu werden. Ihre Aufmerksamkeit ist ganz auf den anderen gerichtet. Man sieht sich sozusagen durch die Augen des anderen. Sie sind sehr zurückhaltend und oft schweigsam wenn sie neue Leute kennenlernen. Ihre Angst vor Blamagen oder Verletzungen hält sie davon ab, Neues auszuprobieren oder an entsprechenden Freizeitaktivitäten teilzunehmen.


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Sensibler

Persönlichkeitsstil

Es muss nicht immer pathologisch sein. Menschen mit einem ausgeprägten, sensiblen Persönlichkeitsstil haben es meist auch nicht einfach. Sie unterscheiden sich von jenen mit einer Persönlichkeitsstörung dadurch, dass sie trotz ihrer Persönlichkeit im Leben klar kommen.

Menschen mit einem sensiblen Persönlichkeitsstil ziehen das Bekannte dem Unbekannten vor und können ihre Fähigkeiten am besten dann entfalten, wenn die Welt klein ist und ihnen die Menschen vertraut sind. Sie lieben Gewohnheit, Wiederholung und Routine.

Sie sind ihrer Familie und ihren engen Freunden tief verbunden und schätzen die Behaglichkeit des Zuhauses. Im sozialen Umgang liegt ihnen sehr daran, was andere von ihnen denken, sie sind umsichtig und taktvoll, fällen keine vorschnellen Entscheidungen und verhalten sich liebenswürdig, beherrscht, mit höflicher Zurückhaltung.


Welche Bezeichnung bevorzugst du?

Leider gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für ÄVPS. Wir verwenden auf der Seite den Namen aus dem ICD-11.

Welche Bezeichnung bevorzugst Du?

Selbstunsicher, Hypersensible, Vermeidende?

Manch einer hat sofort ein lebendiges Bild im Kopf, wenn es um Menschen mit einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung kurz ÄVPS geht.

Dennoch beginnt bereits bei der Terminologie die Unsicherheit. Benennen wir sie selbstunsichere oder vermeidend-selbstunsichere oder schlicht vermeidende Persönlichkeitsstörung? Hypersensibilität am Ende? Es ist verwirrend.

Die unterschiedlichen Termini sind einerseits historisch bedingt. So etwa verwendete Ernst Kretschmer zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch den Begriff ’sensitiver Charakter‘.  Andererseits sind diese unterschiedlichen Bezeichnungen auch mit jeweils anderen Schwerpunkten in der Konzeptualisierung des Krankheitsbildes verbunden.

Das ICD-10 betont die Bindungssehnsucht, die Ängstlichkeit und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten. Das DSM-5 nennt das Krankheitsbild ‚Avoidant Personality Disorder‘  und betont  besonders die Angst vor Zurückweisung, die Gefühle eigener Insuffizienz und das Vermeidungsverhalten.


Persönlichkeitsstil oder Persönlichkeitsstörung?

Persönlichkeitsstile wie gewissenhaft, sensibel oder selbstbewusst beschreiben Charaktertypen. Persönlichkeit kann als eine Reihe von persönlichen Merkmalen und Verhaltensmustern definiert werden. Sie umfasst Einstellungen, Denkweisen, Gefühle, Impulse, Bestrebungen, Handlungen, Reaktionen auf Gelegenheiten und Stress sowie alltägliche Formen der Interaktion mit anderen.

Die Übergänge zwischen Persönlichkeitsstil und Persönlichkeitsstörung sind fliesend und lassen sich nicht exakt eingrenzen.

Eine Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Störung mit Krankheitswert, die auftritt, wenn eine Person bestimmte Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster in extremer Form aufweist. Damit die Diagnose ihre Berechtigung hat muss das Verhalten der Person in vielen persönlichen und sozialen Situationen schlecht angepasst sein und zu bedeutsamen Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen führen.